Ich nenne es immer Alltagsromanze, wenn ich die Romanze spüre, die mir zum Beispiel heute morgen um Sieben an der Innenwand meines größten Organs entlanggelaufen ist, mit den Füßen eines mir unbekannten Wesens … sag mir, kennst Du ein Wesen, welches Federn an den Fußsohlen hat und so alles in mir zum Kribbeln bringt? Geistig noch völlig abwesend fahre ich eine schöne Linkskurve (die, wenn man sie rechtsrum fährt irre viel Spaß macht, weil sie relativ schwer schnell zu fahren ist) … Und was ringt mir mit unendlich langer dauer und dennoch der höchsten, des Menschen bekannten, Geschwindigkeit entgegen? (Denken wir doch einmal an unseren Einstein) Angespitzt durch den Widerstand unserer Atmosphäre und dennoch weicher als Dein Lieblingskissen? Goldfarbene Fäden unseres lebensbringenden Körpers am Himmel, der sich langsam wieder aus seinem Winterschlaf bemüht, scheinbar alles daran legt, wieder ein Frühaufsteher und Spätzubettgeher zu werden. Trotzdem zeigt sie noch ihre weibliche Schüchternheit und hat sich nicht blicken lassen. Diese Strahlen trafen auf eines meiner Sinneswerkzeuge, welches nicht in der Lage war, alle Informationen, die ihm geboten wurde, direkt ans Gehirn zu senden. So ist ein Teil in meinen aufgeheizten Körper in Form von süßen, von Bienen fleißig gesammelten Honig in meinen Bauch getropft, in welchem durch das sofortige Verdampfen ein Feuerwerk aus Honig in mir exlpodierte. Das Schicksal hat aber dafür Sorge getragen, das ich nicht überhitze und mir einen wohligen Schauer aus kühlem Nass an die Windschutzscheibe genagelt. Im Gedanken vergessen, wie doch die ganzen Leute so früh, evtl angenervt, teilweise sicher frisch aus erotischen Betätigungen oder einer Trennung (was für manche das gleiche gute Gefühl weckt), auf Arbeit fahren und den dicken Hebel des Industrieschalters wieder auf “On” (auf deutsch: “An”) legen. Links neben mir (wie gesagt, wenn ich zurückfahren würde, wäre es ja rechts) fährt, wie auf einem von dem Papa für den kleinen Sohn, und natürlich für sich selbst, gebauten Zugbrett, ein Zug mit aus jedem Fenster leuchtenden Doppelstockwagons in meine Richtung. Gerammelte voll mit Menschen, die gleichgesinnt ihr Drehmoment an den oben genannten Schalter legen wollen. Und dann, ja dann kommt der understatementlebende, kühle Körper am Firmament zu scheine und sagt mir: “Noch habe ich das sagen, mein Freund. Aber ich gebe zu, ich werde müde und werde mal für die nächsten Stunden eine Ebbe an der Nordsee einleiten. Guten Tag.” Danke, den werde ich haben. Und Dir wünsche ich auch einen guten Tag.


